Freitag, 28. Juli 2017

Pucksack Flederkatze

Natürlich ist dieser Text jetzt schon etwas älter. Aber erst einmal musste die Überraschung ja bei den frisch gebackenen Eltern ankommen.
Kinder sind ja so gar nicht meine Zielgruppe, wenn es ums Nähen geht und ich habe mir einmal geschworen, ich werde niemals Babykleidung nähen.
Das macht es etwas schwierig, wenn man denn ein "Geburtstagsgeschenk" zusammentackern möchte.
Ich dachte ja direkt an ein Tuch. Okay, ich war kurz versucht, einen Schlafsack zu machen, aber herrgoth, was weiß ich denn, welche Größe so ein Kind wie lange braucht.
Die Idee mit dem Tuch wurde weiterverfolgt, aber von einem "Pucksack" hörte ich erst vor kurzem. Das machte allerdings die Schnittmustersuche bzw ein eigenes Erstellen desselben nach vielen anderen um vieles einfacher.  
Jetzt haben Mama und Papa etwas zum Einwickeln. Das ganze ist ohne Zwischenlage aus Volumenvlies. Davon hatte ich nicht mehr genug und ich möchte ja nicht, dass der kleine Wurm schon aus dem Ding herausgewachsen ist, bevor es ankommt. 
Wobei ich mir bei der Größe wirklich, wirklich unsicher bin. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt, also hoffe ich einfach mal auf das Beste.
Das Innenfutter ist Kuschelfleece in Magentaweinbordeauxrot oder so. Der Außenteil besteht aus schwarzem Ich-hab-ehrlich-keine-Ahnung-Zeug, dass sich wie eine Mischung aus Wildleder und Nickisamt anfühlt. Aber beides ist Waschmaschinen und Trocknerfest. 
Das Katzenstickmuster habe ich in den Tiefen meines PCs gefunden (manchmal ist der wie eine Frauenhandtasche: Was da alles drin ist.....).

Dienstag, 11. Juli 2017

Alltagsschwarz

Alltagstaugliche Klamotte gibt es bei mir ja recht selten, da ich zu 80% meiner Zeit ja doch irgendwie Arbeitskleidung trage und ansonsten das nutze, was eh im Schrank hängt.
Aber fürs WGT mussten es noch einmal zwei Röcke sein.
Ein langer Bahnenrock aus derselben Baumwolle wie das Sommerkleid und ein VokuHila-Tellerrock aus Chiffon. Der Chiffon war das Einzige,was ich noch übrig hatte und in Frage kam.
Schnell genäht und mit Gummibund oben abgeschlossen.
Dann folgten vor kurzem zwei Umhänge, Capes, Westen, Jacken....was auch immer.
Sehr einfach, da das Ganze aus einem Vollkreis besteht, in den man zwei Armlöcher schneidet. Der Prototyp nach Anleitung aus Pinterest ist mir ein wenig kurz geraten und aus einem ziemlich undefinierbaren, dafür nicht blickdichten Irgendwas aus Polyester. 
Wie gesagt, recht kurz. Bisher kam er noch nicht zum Einsatz. Allerdings ist mir die Position der Arme viel besser gelungen als beim zweiten Versuch.
Der zweite Versuch ist aus paillettenbesetzter Spitze, um Einiges länger und hat in letzter Zeit schon so einige Male Tageslicht gesehen.
Aber hier ist er quasi "zu groß" geraten, daher habe ich zwischen den Ärmeln eine Kellerfalte eingefügt, damit mir das Dings nicht immer von den Schultern rutscht.

Montag, 10. Juli 2017

Sommerkleid - Endlich erfolgreich

Es ist ja nicht so, als würde ich überhaupt nicht nähen, aber derzeit hält sich meine Motivation für Großprojekte in Grenzen.
Also habe ich mich zum 4. Mal an den Versuch eines Sommerkleides gesetzt. Der erste war eine Chemise a la Reine. Das sah allerdings bei mir nach einer Chemise a la Marshmallow aus. Fail.
Der zweite Versuch war ein kurzes Kleid nach "Elbenkleidschnitt" von Simplicity (glaube ich). Falsche Stoffwahl, relativ sackig. Fail.
Der dritte Versuch war eine abgewandelte Chemise a la Reine. ich lerne ja auch einfach nicht. Fail.
Aaaaaber nach wirklich intensiver Suche bin ich über ein Vogue-Brautkleidschnittmuster gestolpert. Und ich hatte ja noch diesen weichen, luftigen, fließenden Baumwollstoff.
Was soll ich sagen. Endlich hats mal funktioniert. Ich musste nicht einmal groß etwas ändern. Natürlich stimmt hier auch nicht alles. Meine Nähmaschine hat mal einfach mit der Spannung gespielt und jetzt hab ich - ich nenn es mal - Meeresrauschen im Kleid. Es schlägt Wellen.
Aber es tut dem Fall nur minimal Schlechtes an. zumindest bis zum nächsten Kleid kann ich außerordentlich gut damit leben.
Die Ärmel sind MArke Eigenkonstruktion und sehr lang, dafür aber ab Mitte Oberarm offen. Die musste ich leider etwas stückeln, weil mir der Stoff ausging. 
Geschlossen wird das Kleid im Rücken mit Reißverschluss.
Aufgrund einiger Rezensionen im Internet hab ich schon beim Aufzeichnen und Zuschneiden den Rückenausschnitt angehoben. Um sage und schreibe 15 cm und trotzdem sitzt er noch sehr tief. Dabei ist das Kleid gar nicht als Rückenfrei gekennzeichnet.
Aber jetzt hab ich ein (leider bei etremer Schwüle auch nicht sehr hilfreiches) Sommerkleid.

Freitag, 9. Juni 2017

In Festo Vampires

Die letzten Handgriffe sind getan und mir ist durchaus bewusst, dass Halloween noch eine ganze Weile hin ist. Aber jetzt muss ich mir keine Gedanken mehr machen, was ich dann anziehen könnte. (Ich kenne mich; vermutlich etwas ganz anderes)
Aber zuerst ist das Ballkleid nun fertig. Mit der Inspiration hat es nur noch die ein oder andere Kleinigkeit gemeinsam, aber das ist ja nichts ungewöhnliches. 
Die Schnitte sind per se von Truly Victorian. Der abgewandelte Rock 208, abgewandelte Balltaille 442 und die Ärmel vom 416.
Dem Rock musste ich noch zwei zusätzliche Bahnen verpassen, weil der Unterrock schlicht und einfach zu voluminös für den Urzustand ist. Die Schleppe sind vier Meter angesetztes Cartridge Pleating. Zuerst hatte ich zwei Meter mehr in der Schleppe, aber das war zu schwer und sogar für mich zuviel Stoff.
Das Kleid besteht aus Taft und Billligstglitzersatin. Gefüttert ist die Taille mit Leinen meiner Großmutter. Geschlossen wird das Oberteil mit einer Satinbandschnürung für die ich jedes einzelne "Knopfloch" per Hand gestickt habe.
Die Falten in der Schleppe sind nur locker fixiert. Bei ihnen bin ich mir ein wenig unsicher, ob das den ersten Gang über einen Weg überhaupt überleben wird.
Hinzu gesellen sich Blumen, Schleifen, Borten, Bänder, Steine, Spitzen und Perlen. Also das übliche Programm. Es  trägt sich bequemer und leichter als es aussieht und ich überlege stark, ob ich es zum Amphipicknick anziehe, wenn das Wetter mitzieht.
Hauptsache, ich habe beim Einkleiden immer jemanden dabei, denn allein lässt sich die Taille nicht schließen.
Tatsächlich ist mein Nähzimmer zu klein, um das Kleid gut ablichten zu können. Ich komme einfach nicht weit genug weg. Ich finde das Kleid an sich viel schöner, als es auf den Bildern den Anschein hat.

Montag, 15. Mai 2017

Handschuhe auf burdanesisch

Nachdem mir zum wiederholten Male Handschuhe nach kurzem Tragen kaputt gegangen sind, war es einfach genug. Jetzt wird selbst gemacht, da hab ich wenigstens jemanden greifbar, wenn die Dinger nicht halten.
Und daher gibt es hier quasi einen Live-Mittschnitt beim ersten Nähversuch.
Nachdem ich an diversen selbst erstellten oder DIY Anleitungen verzweifelt bin, habe ich mich schließlich für den Burda 50er Jahre Handschuhschnitt entschieden.
Das online kaufen, bezahlen, drucken ist ja so schön einfach und ich hab direkt etwas in den Händen. Dann fing allerdings schon die erste Schwierigkeit an. Welche Größe brauche ich denn jetzt überhaupt? Bei meinen kurzen Wurststummelchen ist die richtige Größe ohnehin schwierig, die Finger werden imer zu lang sein. Glücklicherweise hab ich einen Handschuhgrößenrechner auftreiben können. Ich bin etwas skeptisch, aber gut, einen besseren Anhaltspunkt werd ich nicht bekommen.
Das Bild zeigt glaube ich, ganz gut, was ich meine. Aber das Problem hab ich tatsächlich bei allen Größen, wenn ich die Hand auflege. Vielleicht muss das auch so sein und ändert sich beim Nähen noch.
Ein wenig unglücklich finde ich, dass die Schnittmusterteile 3 bis 5 die Zahlen nicht auf dem Teil aufgedruckt haben, ebenso fehlen die Zahlen an den Spitzen, die später fürs annähen wichtig wird. Achtet man beim Übertragen oder ausschneiden nicht drauf, steht man doof da.
Nun ja, weiter gehts. Ich habe mich für einen elastischen Satin entschieden, von dem ich noch ein Stück hier habe.
Die Anleitung ist relativ einfach verständlich. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass burdanesisch ja quasi eine eigene Sprache ist.
Nahtzugaben sind im Schnitt nicht enthalten. Wie auch, an den Fingern hat man schließlich ganze 2mm.
Den Daumen hab ich direkt per Hand angenäht, das passt unter keine Nähmaschine. Die zwischenstücke dann wieder maschinell. Als letztes hab ich alles außer der Fingerspitzen geschlossen und bin doch sehr positiv überrascht. Die Passform ist gar nicht so schlecht. Die Fingerspitzen sind erwartungsgemäßzu lang, aber das ist ja weniger das Problem.
Allerdings glaube ich, es ist besser, alles mit der Hand zu nähen und dann zu versäubern. Den Prototyp werde ich jetzt nicht fertig machen, da mir die Nadel den Stoff gelöchert hat. Da sollte ich doch auf Stretchnadel umsteigen.
Mein Fazit bisher: Ein Schnittmuster, dass man mit Geduld in ein schönes Ergebnis umwandeln kann. Allerdings hab ich die heute nicht mehr.

Samstag, 13. Mai 2017

Halloween Headdress

Ich arbeite derzeit am Kleid für den Ball an Halloween. Ich weiß, das ist noch lang hin, aber lieber so als auf den letzten Drücker.
Wen der Entsehungsprozess interessiert kann im Kostümgeschichten Forum oder bei den Naehkromanten nachlesen. Mehr zu lesen gibt es allerdings bei KG. Mehr Resonanz, mehr zu lesen, ganz klar :)
Der Kopfputz entstand so nebenher. Das lag daran, dass ich mich bei Recherche- und Inspirationssuche natürlich mal wieder Hals über Kopf verliebt habe.
Und natürlich ist es nicht wie das Original geworden, aber ich ertrage das mit stoischer Zufriedenheit.
Die Basis ist Glitzermoosgummi. Das hatte ich noch von meinen Hörnern übrig und es war von der Dicke und Stabilität her das Einzige im nachtkatzschen Haushalt, das ich griffbereit hatte. Denn logischerweise musste ich sofort anfangen.
Nachdem ich die Form erst auf Papier entworfen und dann in Moosgummi ausgeschnitten hatte, kamen die Verzierungen dran. Perlenborte für die Stirn, 450 Perlen für Ketten und Zier und ein uraltes Collier, das sein Dasein vergessen in einer Kiste fristete.
Leider waren die 450 Perlen viel zu knapp geschätzt, daher mussten die Lücken noch mit silbernen Strasssteinen aufgefüllt werden. Übrigens mit Moosgummiklebstoff angebracht, das hält bisher bombenfest. Beim Weiterwerkeln ist mir kein einziger Stein flöten gegangen. So etwas ist mir noch nie passiert.
Zum besseren Stand habe ich hinten noch Reste eines Duttkissens angenäht, damit die "Krone" nicht ständig umklappt.
Im ersten Versuch habe ich das ganze Ding an einen Haarreif genäht, aber das Ergebnis war ein mehr als gruseliger Sitz. Daher wird es jetzt mit einem Kamm und zwei Klammern im Haar befestigt. Das erste Probefrisieren war äußerst zufriedenstellend.

Donnerstag, 20. April 2017

Gut Ding will extrem viel Weile haben

Ende Mai letzten Jahres bat mich die liebe viola odorata um eine Fetzenschleppe, Vokuhila, nur minimal länger als Bodenlang. bis Ende Mai 2017. Sogar mit Inspirationsvorlagenbild. Wir alle kennen den PunkRave Fetzenrock, vermute ich?
Klaaar, kein Problem, ganz easy. 
Easy war lediglich, dass ich wusste, wie man einen VoKuHiLa Rock macht. Aber der Rest verknotete mir mein Gehirn.
Wie zur Hölle schneide ich das zu, dass sich das so schön ringelt. Spiralen, klar, aber wie breit und vor allem, wie zur Hölle nähe ich das zusammen, das es einen Rock ergibt?
Tja, um ehrlich zu sein, ein paar Monate gar nicht. Egal, wie sehr ich den PunkRaveRock studierte, es wollte sich mir nicht erschließen, wie die den hinbekommen haben. Aber zumindest weiß ich mittlerweile, dass er einen Unterrock hat.
War aber irgendwann auch egal, denn ich beschloss einfach, das zu tun, was ich am besten kann. Improvisieren, zuschneiden und zusammenzimmern. Das wird schon was werden und wir wollen ja auch keine Kopie, nicht wahr?
Als Basis habe ich etwas genommen, das jetzt sein drittes Leben führen darf. In seinem ersten war es der Unterrock vom Mülltütenkleid, im zweiten als Bansheerock auf dem WGT und nun ist es eine Fetzenschleppe.
Zuerst hieß es: Spiralen schneiden. Viele Spiralen, große, kleine, am liebsten mehrere auf einmal. Die erste Reihe kam knapp unter den Bund (der dann nochmal mit einem Gummizug versehen wurde), dann jeweils etwa 5 cm weiter noch eine Reihe.Da ich beim Annähen einfach gegriffen habe, was als nächstes lag, habe ich nach jeder Reihe die Länge der Spiralen wieder angepasst.
Es folgten noch zwei Reihen und schließlich hatte ich einen Rock, den man nach dem Anziehen mit den Fingern durchkämmen muss. Die Spiralen habe ich nicht versäubert, um dem ganzen Ding nicht den "Fetzenlook" zu nehmen.
Aber mir gefällt er ziemlich gut und der neuen Besitzerin wohl auch, denn sie hat ihn gestern eingetütet und mitgenommen. Das ist eine enorme Erleichterung, nachdem ich den Rock so lang vor mir her geschoben habe.
Leider werden die Fotos dem Rock gar nicht gerecht, aber ich hab es einfach nicht besser hinbekommen.