Sonntag, 12. März 2017

Alte Liebe rostet nicht

In diesem Fall scheint das meine Kindheitsliebe zu Indianern zu sein. (was hab ich den Mann mit den langen schwarzen Haaren angeschmachtet :-D )
Doch bevor ich abschweife, kommen wir lieber zum Wesentlichen. Da ich Unglücksrabe meinen liebsten Kopfputz verloren habe, musste Ersatz heran. Frau kann schließlich unmöglich unbehütet gehen.
Wie immer kam nicht in Frage, das alte Teil eins zu eins zu ersetzen. Das ist langweilig, unkreativ und wird ja doch nicht, wie man möchte.
In guter Tradition wollte natürlich Nichts so wie ich. Ich bekam keinen guten, breiten, Haarreif als Basis, die Blumen, die ich geholt hatte, waren tatsächlich billig (Überraschung, gnah), und die Kette, die ich als Zier nutzen wollte, stellte sich als völlig ungeeignet heraus.
Aber man kann aus Allem das Beste heraus holen. An den Haarreif kamen zwei Moosgummistückchen, auf die ich als Erstes die Rosen genäht habe, darunter die Perlenketten. Zum Glück hatte ich von meinem Dreispitz, den ich vor 3 Jahren gemacht habe, noch Einiges an Federn im Vorrat. Die wollten allerdings nicht so halten, wie ich es ihnen vorgeschlagen hatte. Aber Heißkleber ist ja äußerst überzeugend. Das Ergebnis war....nackt und billig. 
Die Rosen bekamen also einen Anstrich mit Sprühlack und siehe da, in ihnen steckten doch ein paar schöne Blumen. Verziert wurden sie dann noch mit ein paar schwarzen Tropfen, die ich seit gut 9 Jahren hier herum liegen hatte. Ursprünglich sollten sie mal an ein Korsett - lang, lang ists her.
Silberketten und eine Kette für die Stirn rundeten das Ganze dann ab und schon bin ich zufrieden.
Inspiration für das Stück war eindeutig die bezaubernde Mottenprinzessin, wie ich am Ende feststellen musste. Ich glaube, uns beiden kann durchaus Schlimmeres passieren.

Mittwoch, 8. März 2017

Aus Langweilig mach Drama

Vor genau zwei Jahren entstand meine Anglaise aus Seidentaft und Seidenbrokat.
Obschon sie mit nach Leipzig kam, erlitt sie das Schicksal, das oft meine Kleider trifft. Ich mag sie in etwa eine Woche und dann werden sie mir langweilig. Dieses Kleid wurde mir sogar so langweilig, dass ich schon überlegt habe, ob ich es verkaufe. Aber die Verarbeitung (ein danke an den Stoff, der einfach nicht wollte wie ich) erschien mir nicht gut genug dafür. Und ehrlicherweise war der Brokat viel zu teuer, um in der Tonne zu landen.
Also blieb mir nur ein Ändern. Üblicherweise ist mir das zu viel Arbeit und ich neige zur Verschlimmbesserung in solchen Fällen. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und soviel hab ich nicht einmal ändern müssen, damit sie mir jetzt wieder gut gefällt.
Der Rock aus Seidentaft wurde durch einen aus Kettsatin ersetzt. Da mir der alte Fall des Rockes viel zu gerade war, habe ich direkt einmal 6 Meter Grundumfang mit 12 Metern Rüsche genommen. Mit Gummizug, weil Bänder das Gewicht des Rockes gar nicht halten könnten.
Dann habe ich an die schlichten Ärmel Volants angesetzt. Die obere Schicht wieder Kettsatin und zwei Schichten Spitze mit gerüschter anderer Spitze. Ich liebe es. Das gab direkt einmal mehr Drama, wie es sein soll.
Es folgten Ketten und Blüten am unteren Teil des Oberteils und Schmuck für den Ausschnitt. Natürlich abnehmbar, damit ich das Kleid überhaupt noch anziehen kann.
Als letztes und eigentlich eher aus Langeweile entstanden ist der Stehkragen. Der Schnitt klappte direkt auf Anhieb, was mich ja doch mit etwas Stolz erfüllt. Die Basis ist Buckram, bezogen mit Kettsatin. In das Schrägband habe ich noch Hutdraht gezogen, in der Hoffnung, dass er auch wirklich immer und überall die Form behält.
Hinten habe ich eine Schleife angenäht  und am Rand des Kleides die Kokarde vom Gürtel. Ich mag sie und wollte sie so ungern nicht verwenden.
Insgesamt bin ich jetzt wesentlich zufriedener als vorher, jetzt sieht die Anglasise doch eher nach einem von meinen Kleidern aus.

Donnerstag, 2. März 2017

Overload Apron

Eigentlich nähe ich ja nicht für andere. Das hat den Grund, dass meine Freizeit wirklich knapp und kostbar ist, ich oft abends keine Lust mehr auf die Nähmaschine habe, mir Deadlines daher ein Graus sind. Aber vor allem, weil ich den Druck nicht ertragen kann, wenn mich jemand behandelt, als müsse ich mit dem Nähen mein Geld verdienen. Ich bin einfach qualitativ nicht gut genug dafür.
Dennoch gibt es ja nun auch die berühmten Ausnahmen.
Denn wenn ich ganz lieb gefragt werde und man mir auch noch freie Hand und Zeit lässt, wie könnte ich da schon "nein" sagen?
Auf den Bildern habe ich zur Besseren Vorstellung einen meiner Nürenröcke darunter gezogen. Aber sowohl der Rock als auch mein Hummer sind natürlich zu groß. Sabrina ist ja nun mal viel zierlicher als ich. 
Der Wunsch war eine "Overloadschürze". Einfach viel Zeug auf einen Nürenüberrock in meinem Stil. Na hey, das schaff ich doch. Dachte ich. Die Stoffwahl war mehr eine Qual, denn es gibt ja sooooo viele wunderbare Stoffe, aber das ganze könnte dann ja viel zu unruhig werden. Aber so ganz uni mag ich ja auch nicht.
Nun ja, es wurden hinterher Kettsatin und Seidenjaqucard. Der Schnitt war der TV 305, dessen Schürze ich allerdings gekürzt habe. Das hing mir einfach zu unmotiviert herunter und hätte sich durch Falten noch mehr nach unten gezogen. Möchte ich nicht, also ab mit dem Zeug und den Saum nochmal gemacht.
Nachdem die Falten dran waren (und irgendjemand hasst mich, Seide ist ein A...) wurden Spitze, Applikationen und das Pailettenmonster auf der Schürze verteilt. Allerdings einigten wir uns darauf, das Pailletendings zu teilen. Ohne war langweilig und komplett war es zuviel.
Als letztes hab ich noch Rosen und Steinchen verteilt und fertig war der Rock. Nun muss ich noch einen passenden Karton finden und dann geht er auf die Reise zu S-T-A-R-gazer.
Das Nähen hat mir viel Spaß gemacht und ich hoffe, der Rock wird auch wirklich gefallen, wenn er angekommen ist.